Jedes Geschöpf ist mit einem anderen verbunden, und jedes Wesen wird durch ein anderes gehalten.

-Hildegard von Bingen

Wie wird die Diagnose in der Chinesischen Medizin gestellt?

Die Chinesische Medizin sieht den gesunden Menschen und seinen Körper wie eine harmonische Landschaft,  in der alle Elemente und deren Funktionen in Einklang miteinander und mit fundamentalen Substanzen arbeiten.  Diese Organisation wird durch ein energetisches Netzwerk ermöglicht.

Wenn diese harmonischen Zustände überlastet werden, nicht mehr aufrecht gehalten werden,  gibt unser Körper uns die eigentümlichen Signale  bzw. die Zeichen und Symptome, die wir selbst als anormale und subjektive Störung wahrnehmen,  um  dann Hilfe aufzusuchen.

Bei der Suche nach den Hintergründen wird der Arzt für Chinesische Medizin erst ein ausführliches Gespräch wie einen biographischen Dialog und speziell auch ungewöhnliche Untersuchungen durchführen, damit die mögliche Ursache und auch der Auslöser erkennbar wird. 

Innerhalb der Vielfalt der klinischen Zeichen und Symptome hat der Arzt gelernt, die anormalen Phänomene wahrzunehmen und daraus eine systematische Störung zu erkennen, welche er mit Hilfe theoretischer Vorbilder einordnet. Jede Frage verlässt sich nicht auf die Wahrnehmung der Gesamtheit: der Ebene des Geistes, der Seele und des Körpers.

Nachdem der Arzt die Beschwerden seines Patienten zusammengefasst hat, kann er ein Bild des gestörten Gleichgewichts zeichnen, welches die Grundlage der Therapie darstellt.

Beispiel.: Jemand klagt über folgende Beschwerden:

dauernde Nasenverstopfung, Blähungen und Aufstoßen, unregelmäßigen Stuhlgang, unreine Haut, oft Reizhusten, Verlangen nach süßen Speisen, Schwere des Kopfs und der Gliedmaßen, Ermüdung nach dem Essen, macht sich leicht Sorgen und grübelt, Zunge: Abdrücke, dicke Belage…

Dann wird der Arzt feststellen können, dass das ganze Geschehen in Zusammenhang mit einer Störung des Milz-Magen-Darm-Systems steht.

Um eine Lösung zu finden, muss der Arzt die Unterschiede zwischen den Menschen in Betracht ziehen und dann entscheiden, welches therapeutische Konzept gestellt werden kann.

Die Therapieformen werden vom behandelnden Arzt aus eigenen Erfahrungen in der Praxis für seinen Patienten komponiert.